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Playmobil ist multikulturell

  • Institut für TheoriekulturEine Freiburger Wissenschaftlerin untersucht Playmobil®.
  • Playmobil® ist eines der weltweit erfolgreichsten Spielzeuge.

Warum das so ist, das untersucht eine Gruppe von Wissenschaftlern des Instituts für Theoriekultur. Vertreter des Instituts sprachen mit Hannah Kreiner, die das Playmobil zugrunde liegende Gesellschaftsbild untersuchte.

Sie beschäftigen sich mit der Gesellschaft der Playmobils, stimmt das?

Ja, das stimmt tatsächlich. Es klingt vielleicht seltsam, von einer Gesellschaft bei einem Plastik-Spielzeug zu sprechen. Aber hinter den Figuren steckt mehr. PLAYMBOBIL ist eines der beliebtesten Spielzeuge und hat einen Bekanntheitsgrad von fast 100%. Die Art und Weise, wie die Figuren und ihre Welt gestaltet sind, spricht dafür, dass man von einer Gesellschaft sprechen kann.

Hannah Kreiner untersucht Playmobil (Quelle: ITK)

Hannah Kreiner untersucht Playmobil (Quelle: ITK)

Was zeichnet nun diese Gesellschaft aus?

Die Gesellschaft der PLAYMOBILs ist bunt, multikulturell, industrialisiert, globalisiert, historisch, modernisiert, vielfältig, phantasievoll, technisiert. Sie ist genauso wie unsere Gesellschaft. Der Unterschied ist, dass sie freundlicher ist – sie kennen das freundliche Lächeln der Figuren – es gibt keine Gewalt, keinen Krieg, keine Soldaten, keine Panzer.

Verwechseln Sie jetzt nicht Playmobil mit realen Gesellschaften?

Nein, absolut nicht. Playmobil ist ein Artefakt, ein Produkt unserer Gesellschaft, das die Wirklichkeit abbildet. Es nimmt also die Position eines Spiegels ein. Die Figuren sind Projektionsfläche der Ereignisse und Entwicklungen unserer Gesellschaft. Das sieht man ganz gut an der Modernisierung. So, wie sich die Gesellschaft ausdifferenziert und spezialisiert hat, so haben das auch die Figuren und ihre Szenerien getan. Das Spielzeug geht mit der Zeit. Die Welt wird bunter und vielfältiger, also wird auch das PLAYMOBIL-Angebot bunter und vielfältiger.

Gibt es noch weitere Erkenntnisse?

Ja, beispielsweise, dass auch negative Effekte gesellschaftlicher Entwicklungen in ein positives Objekt übertragen werden. Das ist auf den ersten Blick nicht deutlich und tritt erst an die Oberfläche, wenn man sich lange damit beschäftigt. Wie etwa die
Darstellung der Kriminalität, die als eine Art Abenteuer inszeniert werden kann. Am Ende wird der Böse aber immer seiner Strafe überführt wird, da die Sanktionsinstrumente – wie bespielsweise das Gefängnis – so attraktiv sind, dass man dort einfach einen Bösewicht reinstecken will.

Buch: Playmobil durchleuchtet (Quelle: ITK)

Buch: Playmobil durchleuchtet (Quelle: ITK)

Was ist das Resümee Ihrer Forschung?

Mein persönliches Ergebnis ist, dass es sich wirklich lohnt, sich zu trauen ungewöhnliche und alltägliche Dinge zu untersuchen. Gerade weil sie so alltäglich und vertraut sind, steckt viel in ihnen. Ich hatte Spaß an dem Thema. Das finde ich wichtig, da man sich nur so wirklich auf den Forschungsgegenstand einlassen kann.

Wann wird das Buch erscheinen und wo?

Das Buch wird im Herbst unter dem Titel “Playmobil® durchleuchtet!” im Tectum Verlag in Marburg erscheinen. Wir freuen uns auf die Veröffentlichung und können ein Buch mit spannenden Artikeln und Interviews sowie vielen Illustrationen versprechen. Wir wollen mit der Unterhaltungswissenschaft unterhaltsame Wissenschaft machen. Das ist uns gelungen.

Über das Institut ITK:
Das Institut für Theoriekultur ist ein Theoriedienstleister und wirbt für eine Wissenschaft, die unterhält. Die Forschungen behandeln Alltagsartefakte und Alltagsphänomene.

Im Rahmen ihrer Arbeit übernehmen die Mitarbeiter des Instituts auch Aufträge zum Theoriedesign und Theorieconcepting. Dies betrifft die wissenschaftliche Erarbeitung eines Produkts oder einer Dienstleistung. Dazu gehören Publikationen, Workshops und Kongresse.

Das Institut für Theoriekultur grenzt sich jedoch stark zur Werbung ab, da die Forscher Wert darauf legen, dass ihre Ergebnisse objektiv und wissenschaftlich präzise sind. Interessierte finden deren Arbeiten also nicht im Anzeigenteil, sondern im Feuilleton einer Zeitung. Wer also Werbung will, ist beim Institut für Theoriekultur also an der falschen Adresse, wer UnternehmensKULTUR sucht, der ist dort genau richtig. (Quelle: Institut für Theoriekultur, PR)

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